Kinder- und Jugendarbeit

Offene Kinder- und Jugendarbeit

Die Möglichkeit, sich ausserhalb von Familie und Schule mit Gleichaltrigen treffen zu können, bildet eine Grundvoraussetzung für die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Angeboten der Offene Kinder- und Jugendarbeit (OKJA), die das gesundheitliche und soziale Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen fördern, kommt deshalb gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Krise eine zentrale Bedeutung zu. Es scheint daher unerlässlich, Einrichtungen der OKJA für alle Kinder und Jugendliche offen und zugänglich zu halten.

Für Betriebe, die als «soziale Einrichtungen» eingestuft sind, gelten gemäss Covid-19-Verordnung besondere Lage geringere Einschränkungen (z. B. bezüglich Öffnungszeiten). Die Einstufung liegt in der Verantwortung der Kantone. In Anbetracht der Wichtigkeit der Angebote der OKJA für Kinder und Jugendliche wurde im Kanton Solothurn bereits im Dezember 2020 entschieden, diese als «soziale Einrichtungen» einzustufen, wenn eine oder mehrere der folgenden Aktivitäten im Rahmen des Angebotes stattfinden:

  • Treff- und Austauschmöglichkeiten unter Gleichaltrigen, die unter professioneller Aufsicht stattfinden, d.h. von Fachpersonen mit einem pädagogischen, sozialpädagogischen, sozialarbeiterischen, soziokulturellen oder einem vergleichbaren Ausbildungshintergrund begleitet werden;
  • niederschwellige Beratung;
  • ausserschulische Bildungsmöglichkeiten;
  • Bewerbungsunterstützung;
  • Suchtprävention;
  • Gesundheitsförderung;
  • Triage und Vermittlung an weitere Beratungsstellen.

Jugendverbände

Im Unterschied zur OKJA ist die verbandliche Kinder- und Jugendarbeit (Pfadi, Cevi, Jubla) stark von Freiwilligenengagement geprägt. In der Regel sind keine Fachpersonen im Einsatz, weshalb die einzelnen Gruppen oder Abteilungen solcher Kinder- und Jugendverbände als «Freizeiteinrichtungen» eingestuft werden müssen. Für diese ist eine Orientierung an Art. 6e sowie Art. 6f der Covid-19-Verordnung besondere Lage bezüglich sportlichen und kulturellen Aktivitäten sinnvoll und korrekt. Zu empfehlen ist zudem die Orientierung an den Empfehlungen der zuständigen kantonalen, regionalen sowie nationalen Kinder- und Jugendverbänden.

Angebote von übergeordneten Stellen der verbandlichen Kinder- und Jugendarbeit können im Sinn von «sozialen Einrichtungen» geführt werden, sofern analog der offenen Kinder- und Jugendarbeit eine Fachperson diese Angebote durchführt und wenigstens einer der weiteren Aspekte erfüllt ist (siehe Ausführungen zur Offenen Kinder- und Jugendarbeit).